15.02.17 – von Schlitzen und Löchern

Ich weiß nicht mehr zum wievielten mal ich im EG bei der (späteren) Küche irgendwas rausbreche oder abreiße. Jetzt ist allerdings ein Punkt erreicht wo es mehr um´s einbauen geht, auch wenn doch wieder schweres Gerät zum Einsatz kommt und viel Dreck entsteht.

Heute ist das Fräsen der Schlitze und das Bohren der Unterputzdosen für die Elektroinstallation dran. Ich bin eh in Übung, weil ja vor Kurzem auch in Endorf genau das mein abendlicher Zeitvertrieb war.

Man glaubt aber echt nicht, wie fest ein alter Backstein so ist!

Vor ein paar Jahren hab ich etliches an Metern beim Hausbau in Neukirchen (soz. die Mutter der Baustellenerfahrungen) gefräst. Die Fräse kam und kommt auch wieder, vom Thalmeier Sepp. Der Sepp ist ein Guter und hat auch solches Werkzeug. Die Fräse von der wir sprechen ist fast so alt wie der Sepp. Der ist letzen Dezember in Rente gegangen… die Fräse noch nicht.

Bei Porenbeton muss man aufpassen dass die Fräse mit ihren 6-7 kg nicht von alleine rumsaust und Schlitze macht. Bei dem Ziegelmauerwerk in Diensthop schaut das (leider) anders aus. Es rumpelt und rattert und knattert. Aber am Ende ist ein feiner Schlitz aus dem Mauerwerk ausgebrochen. Es staubt halt ganz nett.

Gut dass ich weithin an der richtigen Stelle gespart hab und keinen Mundschutz hab.  :o(

Im Vergleich zum Porenbetonfräsen in Endorf ist die Staubentwicklung aber echt pille-palle.

Da staubt das Abflexen der obsoleten Wasserrohre mehr – viel mehr. Leider geht das nämlich nicht, ohne die Trennscheibe der Flex auch ab und an durch den Ziegel zu schieben, statt nur durch die Rohre.

So oder so bin ich nachmittags wieder total zugestaubt und wunder mich, wieso es überall so nebelig ist. Brille putzen wäre mal eine Idee….

Draussen ist es derweilen schön, richtig schön.

Dächer von Diensthop

14.02.17 – es geschieht GROSSES im Stall

Ich bin ja mehr als ab und zu ein wenig skeptisch was die Arbeit und Arbeitsweise unserer Importschlager aus Polen angeht. Randbemerkungen verleiten mich zu dem Gefühl, dass da nicht immer DIE praktische Erfahrung vorhanden ist bei dem was grade gemacht werden soll.
Wenn einer weiß wovon er spricht wenn es um „sicheres Auftreten bei vollkommener Ahnungslosigkeit“ geht, dann bin ich das!
Also sehe ich mich als Experten und meinen Bauch als wichtiges Messgerät.
Leider wird der grade mehr statt weniger, aber das ist eine andere Geschichte auf die sich eh nicht lohnt einzugehen….

So, aber nun zum Pudelskern.

Als wir uns in OBB rumgetrieben haben, hat Czesek mit seiner mobilen Eingreiftruppe aufgrund des Wetters nicht weiter am Stall gewerkelt, oder besser gesagt den Abriss vorangetrieben. Damit steht dann diese Woche das Gießen der Fundamente an.
Der Wetterbericht verheißt etwas steigende Temperaturen, sprich es wird statt saukalt nur noch weniger-saukalt. Reicht aber mit Glück um eine Ladung feinen, frischen und vorgewärmten Betons zu bekommen.
Die Fundamentschalung die der Czesek aus den tollen Lärchenbrettern (bin immer noch sprachlos ob des günstigen Preises für die LÄRCHEN-Schalung) gebaut hat, sieht richtig professionell aus. Davon versteht er also was.

Der 14. ist sowas wie ein kleiner Schicksalstag. Abreißen, Wegbrechen, Rausschaufeln war das übliche Gewerk. Jetzt kommt der Aufbau – hurra es geht in die richtige Richtung jetzt.
Es geht auf 10:00 Uhr zu und der Betonmischer umkreist den Hof, dreht eine Ehrenrunde um Diensthop und findet den Weg dann doch noch aufs Gelände. Vom Fahrer kommt ein lautes und freundliches „Moin“ und ohne sonstige weitere Worte fährt er mir hinterher.
Ich wollte schon immer Einweiser werden. Also wie ich den so einweise geht das Seitenfenster wieder runter und ich seh den Kontrollblick.

Baustellen ? – könnte mal besser aufgeräumt sein.
Zufahrt ? – bis hierher noch gut – wo soll ich hin – hinters Haus auch ?
Arbeiter ? – kennt „der Pole“ sich mit Beton überhaupt aus?
Schalung ? – LÄRCHE! (nein, das ist nur eine Annahme meinerseits …)
Jedenfalls schreitet der Fahrer dreimal durch den Stall und drum rum und bemerkt noch gleich mal sicherheitshalber dass wir uns schon mal um einen Traktor umschauen sollen.
? – !
Weil? , frag ich.
Kurzfassung: Die Wiese über die er fahren soll ist noch zugereift und daher glatt. Der LKW hat kein Allrad (was auch ausdrücklich bei jeder Bestellung gesagt wird und auf der Homepage des Lieferanten und allen Beschreibungen steht).
Ich hab das mit dem Frost an der Stelle als gut bewertet, weil es dann ja auch nicht zu weich ist da…
Mit guten Worten meinerseits und sichtlichem Unverständnis von Czesek setzt der Fahrer sich in Bewegung aber. Das ist doppelt gut. Erstmal weil wir dann auch irgendwann fertig werden können und Zweitens weil Standzeit extra Geld kostet.
Wie ich gesagt habe … die Anfahrt zur ersten Schalung läuft Tip-top. Das Gießen auch, wenn man von der undichten Schalung und dem dadurch auslaufenden Beton mal absieht.

Auch die Rückfahrt des LKW, über die raureife Wiese, läuft ohne Probleme. Gut dass ich das mit dem Traktor bereitstellen eh ignoriert habe.
Die zweite Schalung ist längs zum Stall und noch einfacher zu erreichen. Entsprechend zackig geht es da weiter.

Aller guten Dinge sind drei.
Der Fahrer scheint nun selber erfreut zu sein dass alles glatt geht. Das sagt er natürlich nicht. Er lässt eher so ein Gefühl der da noch kommenden Schwierigkeiten im Raum. Die drei emsigen Polen passen ihm noch nicht so, scheint es mir.
Apropos Polen: Der Eindruck dass sie das schon mal gemacht haben besteht jetzt auch bei mir. mea culpa.
Für die Dritte Schalung muss der Fahrer jetzt knapp an einem Steinhaufen vorbei, rückwärts und bis ganz knapp an die Dachrinne dran.

Es ist schön, dass es geklappt hat. O.k., am Schluß ist uns noch der Beton knapp geworden. Berechnet haben wir 4,8 m3. Bestellt habe ich 5m3. Statt aber etwas mehr zu haben, fehlt am Ende irgendwas um 100l.
„Meine“ Bauarbeiter haben blitzschnell reagiert und einige der sorgsam beim Abbruch gesammelten und aufgeschichteten Ziegelsteine in den frischen Beton geworfen.  Ist das nun gut oder besser ?
Wir werden sehen, irgendwann vielleicht, wenn.

Jetzt heißt es drei Tage warten und dann gehts ans Mauer hochziehen.

Derweilen haben unsere Reithamster kaum Notiz von der Aktion und Aufregung genommen und genießen das Leben auf dem Lande.
Auch schön.

10. und 11.02. – Tour de OBB

Heute wieder ein kleiner NICHT Baublogeintrag.

Die Agnes hat Geburtstag am Samstag und auch heute am Freitag war es zu kalt zum Betonieren. Somit machen wir uns auf den Weg nach Bayern.
Zugfahren ist klasse, besonders in der ersten Klasse. Die Sparpreispolitik der Bahn und wie die Preise da entstehen entzieht sich zwar meiner Kenntnis und meiner Vorstellungskraft, aber auch ohne Mathematik Professur komm ich zum Schluß, dass statt 142,- € einfache Fahrt pro Person Normalpreis, dann 156,- € erste Klasse mit Sitzplatzreservierung hin und retour zu zweit ein gutes Angebot ist.

🙂

Der Trip war entspannt und wir haben auch wie geplant gegen 0:48 Ebersberg erreicht. Das Wochenende in der alten Heimat war auch schön.

Liebe Grüße von den Bayern

 

09.02.17 – warten, frieren, weiter warten

Der Wind der Wind… und der Gevatter Frost haben die Baustelle im Griff. Hier im Norden ist der Winter ehrlicherweise pille-palle im Vergleich zum weißen Wahnsinn in Oberbayern. o.k. , auch da war früher alles besser. Die Kälte kälter, der Schnee weißer und ausserdem und überhaupt eh alles verschneit ab Anfang Oktober bis dann einschließlich April.
🙂
Schwamm drüber.
Leider ist es halt aber auch in der flachen Steppe Niedersachsens ab und an zapfig. Wir harren also tgl. der Dinge die da kommen, aber vor allem ist das Thermometer aktuell unser Feind.
Die Bautruppe hat eine Anfahrt von gut 80km einfache Strecke. Und weil wir nicht sicher wissen ob der Beton kommen kann oder ob nicht, wird auf Verdacht bissl weitergebaut.

Der Deutsche in mir – jep , sowas hab ich auch – würde sagen: Jetzt machen wir mal die ganzen Schalungen fertig die zu machen sind. Dann rüsten wir noch die restlichen Holzstützen her, zimmern die Fundamentalsten dafür und sortieren gute Steine aus dem Abbruchmauerwerk zur Seite.
Nicht so der Pole. Nö.
Die lustigen Leute kommen, werkeln hier und dort und hören dass der Beton nicht kommen kann, weil eben zu kalt. Dann fahren die Jungs gleich wieder heim mittags mit der Botschaft: „machen fertig wenn Beton kommt“ .

Aha. Auch recht. Aber halt anders.

Das Ergebnis ist auch irgendwie bissl ärmlich find ich.

Aber kann ja nur noch besser werden.

Wobei ich auch sagen muss, dass die Schalung durchaus gut gebaut ist, oder so aussieht. Der Czesek hat dafür aber auch wirklich meine allerbesten Bohlen „angeworben“ und verbaut. Weil ich da irgendwann keine Lust mehr drauf hatte, hab ich bei meiner Haus-und-Hof-Säge Schalung besorgt. Das war auch nett übrigens.

„Hallo, ich suche Bretter oder Platten um eine Schalung zu machen…“
Die Antwort war sinngemäß die, dass es Lärchenbretter dafür gibt.

LÄRCHENBRETTER?

JA sind die den zu heiß gebadet worden ?
Um es vorweg zu nehmen, scheinbar nicht. Klingt komisch für einen der aus der Fichtenhochburg Deutschlands kommt, ist aber so.

Vom Kauf der Balken bei der Säge weiß ich ja, dass das ein echt ordentliches Sägewerk ist. Die Leute sind wie allgemein hier oben, sehr freundlich. Besagte nordische Reserviertheit oder Kühle kann ich nicht so recht feststellen.

Zurück zum Thema. Nach bissl hin und her und der wechselseitigen Abstimmung mit Tobi bin ich auf das Angebot eingestiegen. Lärche, sägerau und etwas alt für 4,-€ der m2. War das netto oder brutto ? Egal ! Der Preis passt vom Gefühl und auch der Tobi hat da nicht wirklich interveniert. Ich also zeitigst in der früh zur Säge und mal schauen was das real wird. Service wieder gut – Bretter liegen draussen auf dem Hof auf einem Stapel und sind gut angewittert. Macht aber eh nix. Als Option könnte ich noch ältere Bretter als zweite Wahl haben. Aber die passen nicht von der Länge, also nehm ich den Rauspunt und gut.

Bei der letzten Balkenladung hatte ich die Schnittklasse S bestellt. Eingeweihte Holzfachverkäufer und meine Wenigkeit (natürlich) , wissen was das ist. Es gab aber bei drei Balken doch eine kleine Unschönheit und drum hatte ich auch noch einen gut…
Einladen, rumkurven und umdrehen und dann ab zum Disponenten. Das wird bald mein Lieblingswort.
Bissl geredet, bisssl gerechnet und am Ende zahl ich 3,- € den m2 und das brutto. Klappe halten und fahren, schnell, schneller, bevor der Mensch merkt dass ich das gut finde und er sich womöglich nur verrechnet hat!

Den Polen ist das natürlich alles eh egal. Aber die Ladung wird dennoch freudig entgegen genommen und sogleich verbaut. Vielleicht kann ich die ein oder andere Gerüstbohle dadurch noch retten.

 

07.02.17 – frostige Baustelle

Unsere tatkräftige Chaostruppe im Stall versucht all meiner Unkenrufe zum Trotz, den Boden aufzugraben und Fundamente zu machen – oder vorzubereiten. Da soll einer sagen, wo ein Wille ist da sei kein Graben!

Es ist aber leider auch saukalt auf der Baustelle. Es zieht von vorn und hinten nach hinten und vorn. Treue Leser erinnern sich an den besagten Ost-Wind vor dem wir gewarnt wurden mehrmals und fast von jedem aus der Nachbarschaft.
Genau diese Leute haben Recht.
Ich heiz im Haus den Grundofen den ganzen Tag durch zur Zeit. Das wird seinen Grund haben (Zitat eines lieben Arbeitskollegen aus der catWorkX). Nämlich den, dass es oben wo wir wohnen erträglich temperiert ist und sich unsere Handwerker ab und an unten am Ofen aufwärmen können. Mit Kaffee und Kuchen und Schnaps versorgt geht die Arbeit doch etwas besser. Besonders der Schnaps ist bei Stacho wichtig….

Auf der Baustelle schützt eine Plane mehr schlecht als recht vor dem Wind.

 

Leider ist es generell so kalt, dass ich für das Betonieren keine wirklich guten Aussichten sehe….

Ausser mit Tee, Kaffee und Schnaps halten sich die Jungs aber durch echte körperliche Arbeit warm wie es aussieht. Da wird nicht gefackelt und mal eben an zwei Ecken das Gebäude demoliert.

Aber, so oder so, es geht was weiter und das ist wirklich das Wichtigste.

05.02.17 – Ramadammadregwegramma

Für die Nordlichter und Zuagroasden unter uns muss ich das wohl übersetzen, oder? An sich ist das ja selbsterklärend finde ich. Wer ein bisschen Gefühl für die vollmundig rundliche gutturale Sprache der Bayern hat, bekommt da schon was gelesen. ;o)
Für alle Preussen (Braiß´n) übersetze ich natürlich gern:

Rammadammadregwegramma = wir räumen den Dreck weg.

Ganz einfach, sag ich doch.

So, jetzt aber zum Ernst des Lebens. Der ereilt mich ja immer wieder mal auf der lustigsten Baustelle südlich der Nordsee, bzw. zwischen Nord- und Südpol. Am heiligen Sonntag war ich schon wieder nicht in der Kirche, sondern eben auf der Spaßbaustelle.
Mir macht die Sache tatsächlich Freude, aber sagt das nicht meiner Frau, sonst kann ich nicht mehr klagen und schimpfen dass immer so viel zu machen ist…
Bei meiner sonntäglichen Andacht hab ich also dieses mal nur bissl Ordnung geschaffen. Vor dem Haus steht dankenswerterweise noch immer der fast volle Bauschuttcontainer und das mit der Rampe aufstellen geht immer noch flux und fix.

:o)

saubere Sache – frägt sich nur wie lange !!!!!

Gut zu sehen ist wie der Boden aufgebaut ist. Drei stabile Eisenträger und irgendwas was Beton und Steine sein könnte als Decke auf dem Keller. Wer denkt dass die Sache einigermaßen grade und in der Waage ist, hat nicht mit den Maurern gerechnet die da zu Gange waren.
Mit einer kleinen Laser-Waage die eigentlich für das Setzen von Elektrodosen gedacht ist, hab ich mal spontan etwas gemessen. Es heißt ja, wer viel misst, misst Mist, aber schaden tut es auch nicht.

Unterm Strich werde ich beim Einbringen des neuen Boden dann doch irgendwas um 3-5cm ausgleichen müssen. Aber was soll´s !

04.02.17 – das Polenteam bei der Arbeit und auch im Haus gibts was zu tun

Bevor ich wieder vom Fleiß der besagten Personengruppe schreibe, möchte ich nochmal ein wenig zum Hintergrund des Ganzen erklären.
Angefangen hat es mit der Anzeige in ebay.
Da kann man also doch auch modernen Menschenhandel finden! Hätt ich ja nicht gedacht .
Wie dem auch sei, die Anzeige versprach ja fleissige Hände zum festen Preis. Der erste Kontakt war wie schon geschrieben gut und strotzte vor Kompetenz.
In der aktuellen Phase muss sich weiter zeigen ob das mit der Kompetenz stimmt und wie die verschiedenen Weltanschauungen was Qualität und Wertarbeit, beides echte deutsche Tugenden (und das schreibt ein Österreicher …), auf Polnisch übersetzt werden können. Sprachlich ist da eben nur eine Dimension. So Sachen wie „gut machen“ oder „60 cm“ oder „wie lange dauert es“, ganz zu schweigen von „wann fertig“ kommen als spannende Theorien daher.
🙂
Seit einigen Tagen freuen wir uns morgens wenn Czesek, Stacho und Karol kommen und werkeln. Sie kommen immer zur gleichen Zeit, fast, machmal, also eher nicht. Dafür wird immer bis so um ca. oder in etwa Uhr gearbeitet. Macht ja nix, wir haben ja einen Festpreis.
Mh – es vergeht kein Tag wo wir nicht über kleinere und größere Änderungen sprechen müssen. Da muss mal das raus, dort ist die Wand kaputt, da lassen wir was drin. Verputzen war mal der Plan, jetzt ist zwischendurch alten Putz abschlagen dran und dann so lassen, oder doch nicht?
Worauf ich raus will ist, wir haben einen Fixpreis, ABER für WAS?
Genau! Das weiß jetzt keiner mehr.
Was aber Czesek schon genau weiß ist, dass wir anfangs was ausgemacht haben und dass jede Woche auch ein Abschlag fällig ist. Da soll einer sagen Polen sind nicht verbindlich.
Jedenfalls gibt seine Vorstellung und mein Zahlungswille eine gute Diskussionsgrundlage. Da wir beide nicht die selbe Sprache sprechen und auch nicht unser Problem vortanzen können (und wollen), eiert das ein wenig mit der Klärung.

Am Ende arbeiten die Polen weiter wie gehabt, stetig unstetig und ich zahl unstetig, gefühlt aber ständig und zu viel.

Nachdem das geklärt ist, zu den wichtigen Dingen des Baustellenlebens, dem Fortgang der Arbeiten.

Der alte Stall wird nach allen Regeln der Kunst ausgemergelt. Für den Boden haben wir uns statt auf Betonieren, auf das Verlegen von Pflaster verständigt. Die leichte Beharrlichkeit irgendwelche Betonstreifen doch drin zu lassen ist überwunden und es geht voran. Auch das erst so erschreckend daherkommende Loch im Boden wird zum Freund.

Czesek: „neue Container“ … und deutet auf das Loch im Boden.
Da sag einer die Polen wüssten sich nicht zu helfen! Pragmatik ist echt eine Tugend und die haben die Jungs drauf, voll. Das Loch ist 2 x 2 x 8m groß und das ist eine Menge Bauschutt, PASST.

Gut dass wir das Loch haben – aus zweierlei Gründen.
1.) lieber haben wir das jetzt gefunden, als später wenn die Rüttelplatte nebst dem Rüttelplattenfahrer auf nimmer wiedersehen in dem Loch verschwunden wäre
2.) sparen wir so mindestens einen, wenn nicht zwei  12m3 Schuttcontainer = Geld gespart

Auf den Bildern sieht man ganz gut, wie (un)strukturiert die Arbeiten vorangehen. Aber gut, es passiert was. Andrea und ich haben den Eindruck es geht in die richtige Richtung und es wird unser erster Stalltrakt für die Einsteller. Das ist gut für´s Gefühl.

Nun zum Haus. Auch da ist was zu tun und nicht zu knapp.

In der Küche hab ich wieder mein Lager aufgeschlagen. Es geht den alten Wasserleitungen an den Kragen als Erstes.
In der Wand finden sich Stahlrohre aus den 50´gern und Bleirohre aus den Jahren davor. Ein paar neuere Kupferverbindungen gibt es auch. Ach ja , wir dürfen die Gusseisen Stücke nicht vergessen.
Ein bunter Materialmix also. Raus muss alles.

Mit Flex und Brechstange im Wechsel arbeite ich mich vor. Schon bald ist die Wand von den nunmehr überflüssigen (wie passend) Wasserleitungen befreit. Auch die stillgelegten Heizungsrohre kommen weg.
Zu guter Letzt geht es den massiven (oh ja) Abflussrohren im Boden an den Kragen. Erst denke ich dran die Dinger komplett aus der Decke raus zu brechen. Wenn aber irgendwie im Haus mal Beton verwendet wurde, dann Guter und der hat das Prädikat “ sauhart“verdient. Weil ich befürchte dass dann die halbe Decke im Keller runter kommt wenn ich da kräftiger dran gehe, mache ich Versuche die Teile zu zerkleinern.
Abfluss – Metall – Metall – Flex = ein Plan
Die Gussstücke lassen sich auch relativ gut zerschneiden, zumindest da wo ich gut dran komm. Eben das ist leider nicht überall gegeben und wenn die Trennscheibe ins Mauerwerk schneidet, statt ins Metall, macht das wenig Freude.
Erst mal steh ich dann im Nebel vor lauter Staub. Wenn sich die Sicht wieder verbessert hat muss ich feststellen, dass die Flexscheibe deutlich kleiner geworden ist. Auch nicht so richtig gut alles.

Aber blöd sein kann man ja wie man will, zu helfen muss man sich wissen. Her mit der Makita! Der spitze Meissel ist mein Freund. Ratzfatz ist das erste Loch im Rohr. Nach ein paar Minuten greife ich zum Meinungsverstärker (5kg Vorschlaghammer) und prüfe die Sprunghaftigkeit der Abflussrohre. Sprunghaft deshalb weil Guß spröde ist und durch die Löcher da springen sollte wo ich das will.

Was soll ich sagen – die Abflussrohre sind Geschichte .

Weiter gehts mit dem Boden. Bisher sind wir davon ausgegangen die Fliesen drin zu lassen in der neuen Küche. So als Andenken.
Aber durch den späteren Umbau im Esszimmer (Boden raus reißen) ergibt sich die Chance eine Heizleitung abzuzweigen und damit eine Fußbodenheizung einzuziehen die auch in die Küche reicht. Ausserdem sind die Böden im EG alle mehr oder minder unterschiedlich hoch.
Eben, wenn mann schon mal rumreißt, dann halt gleich … so geht das immer. Nicht kleckern, sondern klotzen und alles kaputt machen.

Gesagt, getan (haben wir auch schon mal gehört) und raus mit dem Boden also.
Mit was ginge das besser als ? – DER Makita. Eben. Meine Arme haben seit ich mit der Maschine da immer wieder aktiv bin sicher an Umfang gewonnen. Irgendwo muss das Gewicht ja herkommen dass mir die böse Waage im Bad anzeigt. Bestimmt daher! Bestimmt!!

 

03.02.17 – es kommt was kommen muss

Oder auch, es kommen Dinge zum Vorschein die nicht wirklich nötig sind.

Ich sitze da grade so in meinen Büro und wackel von einer Besprechung in die Nächste, da meldet sch meine Frau.
Versteht das nicht falsch – das mag ich gern, wie ich auch meine Frau sehr gern hab. Aber meistens ist das doch irgendwie abzusehen – es ist was passiert oder es braucht einen Superhelden.
Letzteres bin ich selbstredend (nicht). Dieses mal hat Andrea mir zwei Fotos geschickt und ein klein wenig Text….

Da ist nicht viel mehr Kommentar nötig. Abends hab ich mir das besagte Problem, wie es die Polen bezeichnet haben, angesehen dann.

Kleine Kinder , kleine Probleme – große Kinder, große Probleme

kennt ihr als Spruch vielleicht. Meine neue Fassung ist

Kleiner Umbau, kleine Problemchen – Diensthop Umbau, große Probleme.

Aber so oder so werden wir das natürlich in den Griff bekommen, eine Lösung finden und am Ende uns freuen wie einfach es ging.
(bin gespannt ob ich diesen Eintrag wieder lösche !)

02.02.17 – schnell schnell schnell…

Beim Abtragen der Wand zwischen zukünftigem Esszimmer und der Küche (auch zukünftig) war ich etwas übermotiviert scheint es. Mein kleiner Meinungsverstärker und die Makita und ich haben mehr als ganze Arbeit geleistet. Die Wand ist weg und auch einige Steine aus der Seitenwand leider. Sind einfach rausgefallen, ehrlich, hab kaum dran gestubst ! o.k. Ich bin einfach so stark, wie soll da eine schwache alte Ziegelwand stand halten? Eben!

Blöd nur weil jetzt der schwere Eisenträger auf dem das noch viel viel schwerere restliche OG drauf steht (in Teilen jedenfalls) nun etwas wenig Unterlage hat, um seiner tragenden Rolle gerecht zu werden auf Dauer. Ganze zwei Vollton-Ziegel haben stand gehalten.
Entsprechend deutlich hat unser Energieberater der abends im Haus war gesagt dass das aber zeitnah zu richten ist. Wie auch der Maurer Wiebe das anklingen hat lassen dass da keine Lücken sein sollten unter dem Eisenträger, weil das ja nicht so gut ist von wegen Statik.

Eh klar – wollt ich sowieso machen, ganz bald – selbstverständlich .

Und schon ist das mein Projekt des Tages bzw. besser gesagt des Abends gewesen. Ich mach es aber kurz – Maurer ist NICHT mein bevorzugter Berufswunsch.
Bissl Mörtel ansetzen geht ja noch. Steine zurechtklopfen, auch kein Thema. Aber dann die alten Ziegel da in die Lücke kleben, sodass das nach was ausschaut UND vielleicht nebenbei auch den Zweck erfüllt, besagte Lücke ebenfalls zu füllen… Na, na, na.

Zu guter letzt habe ich das schon bewerkstelligt, aber sicher hätte in der gleichen Zeit ein Wieberianer die ganze Wand wieder aufgemauert.

Das Werk ist aber vollbracht und nun gute Nacht.

die Lücke die keine mehr ist

31.01. bis 01.02.17 – mal kein Baueintrag

Auch der allerbeste (Handwerker wie ich …) muss mal was anderes machen, oder sowas wie Geld verdienen. Ideal wenn Geldverdienen und Inspirationen holen in einem Aufwasch geht.

Für meinen Brötchengeber hab ich einen Trip nach Amsterdam arrangiert und mich dort wichtig gemacht. Das hat, wie nicht anders zu erwarten natürlich geklappt. :o)
Cool an der Reise ist das Hotel gewesen, wenn man mal ausblendet dass Amsterdam sowieso eine Reise wert und per se cool ist.
Im Mr. Jordaan hab ich nicht nur super gewohnt für eine Nacht, sondern auch einen tollen Mix aus Altbau und moderner Wohnart gefunden.
Uniforme Hotels sind wie uniforme Fastfood-Anbieter – langweilig und beliebig austauschbar. Der Aufenthalt im Mr. Jordaan bleibt mir sicher in Erinnerung. Aber schaut doch mal selber:

Und allen Vorteilen zum Trotz – es gibt in Amsterdam auch noch was anderes als rotbeleuchtete Fenster mit frierenden Frauen drin und coffee shops, die nur so heißen, aber nicht sind.

ein Herz für Enten :o)

Das Hotel hat mich jedenfalls ganz offensichtlich beeindruckt und die Idee alte Wände nicht zu verstecken sondern offen zu lassen gefällt Andrea und mir wirklich gut. Schon vor einigen Wochen haben wir beschlossen alte Dinge am Hof und im Haus zu sammeln und zu sehen ob wir den ausgebauten Gegenständen nicht ein zweites Leben einhauchen können. An der richtigen Stelle im Haus, mit der Hoffnung dass ein wenig Geschichte lebendig bleibt. Mal sehen wie gut uns das gelingt. Aber so oder so werden wir bestimmt an der ein oder anderen Stelle auch mal Mut zur Wand zeigen !