Ich weiß schon gar nicht mehr so wirklich, wann wir angefangen haben den Gedanken einer Pferdeschwemme umzusetzen.
Eine Pferdeschwemme ist sowas, wo die Pferde freiwillig und manchmal auch durch den Besitzer motiviert, im Wasser plantschen bzw. sich gezielt bewegen.
Gut für die Hufe, gut für den Bewegungsaparat.
Los gegangen ist es 2019 damit , dass wir immer wieder mal Wassermassen auf dem Auslauf hatten. Bei stärkerem Regen hat sich ständig eine Pfütze gebildet, die gefühlt das Ausmaß des halben Bodensee hatte.

Weil der großer Bagger grade da war um das Gelände zu modellieren und wir um keine gute Idee verlegen sind, zack ein Loch ausheben. Gut Loch, also ein großes Loch.
So 20x6m wird das locker gewesen sein.
Ein leeres Loch, nett oder?

Da es zum Sammeln und Versickern des Regenwassers sein sollte, braucht es da an sich nur bissl Vlies . Damit nicht alles wieder in sich zusammenrutscht
gehen da noch viele viele Abbruchsteine rein – gut dass wir um sowas nicht verlegen sind… Hab mich eh schon gefragt wo ich das ganze Material von der Stallrenovierung hinpacken soll. :o)

Macht auch alles Sinn und am Ende sollen da ja Kübel mit Kräutern drauf und die Pferde bekommen so noch eine extra Portion Wellness.
Zaun drum rum, gut und der nächste Regen kann kommen. Kam auch und das Konzept hat bis dahin geklappt.
Im Laufe der Zeit hat sich alles zugesetzt. Zu den Kräuterkübeln hat es nicht gereicht, aber die Brennnesselkultur war sehr gut entwickelt – Ironie aus.
Nächste Itteration war dann wieder alles rausbaggern, umlagern und ne Idee entwickeln wie aus Steinegrube eine Pferdeschwemme werden kann.

Andrea hat wirklich sehr viel Ahnung und noch mehr Vorstellungskraft und treibt uns ständig zu Verbesserungen an. Die div. Bilder und Videos von Pferde-Plantschbecken gaben noch etwas Inspiration. Also los.
Unsere Erdmännchen, Florian und André, machen da nicht lang rum, sondern setzen den Bagger in Betrieb und los gehts.
Aus einer großen, wieder leeren Grube, wurden zwei leere Gruben.
Eine kleine zum Aufnehmen des Regenwasser, eine große zum Pferdebaden.

Bis das aber so geht, geht viel viel Zeit noch ins Land, aber das ist ja immer so.
Böschung baggern, Folie und Vlies rein, Betongittersteine drauf, Kies drunter und drüber, schwups , nur 4 Monate später schon geschafft.
Wasser kann kommen, kommt, läuft auch in das zusätzlich gemachte Überlaufbecken und ja.
Leider haben die Pferde aber wohl eine andere Vorstellung von einem Freibad.
Irgendwann hab ich auch den Flatterzaun drum rum durch einen stabilen mit massiven Pfählen und dicken Brettern ersetzt.
Hat natürlich nix an der Einstellung der Pferde geändert.

Nach Monaten der Tristess über den guten Plan, die feine Umsetzung, ner Menge Geld die investiert wurde, mussten wir erkennen, ES KLAPPT NICHT.
Just als ich schon so weit war zu sagen wir schütten wieder alles zu, kam unser Kläranlagentechniker des Weges und meinte auf Anfrage ob er noch ne Idee hat, klar – machen wir so und so und so und schon passt das.
Aha.
Gute Pläne hatten wir schon öfter … mh.
Aber, Versuch macht kluch (oder so).
Nicht ganz so viel später, wir schreiben aber dennoch Sommer 2025 mittlerweile, gehts ans Werk wieder.
Alle Rasengitter raus, Verbindung der beiden Becken ändern, neue Leitungen, ein Filterbereich mit Schilf entsteht.
Nicht vergessen, dazwischen immer wieder mal x Wochen nix, dann zu viel Wasser drin, dann keine Zeit. Also alles wie immer. ABER!

Die ganze Zeit über sind die Pferde nicht zu begeistern gewesen sich das Wasser mal näher anzusehen. Kaum sind die Rasengittersteine raus, gehen die Pferde in das große Becken rein, schlürfen Wasser, knabbern das Gras weg, welches da schon wächst.

WOW
Auf den Bildern ist der Werdegang und das aktuelle Ergebnis ganz gut zu sehen.