28.01.17 – Doppelpack

Eigentlich komme ich mir manchmal vor wie ein Gummiball.
Dauernd von einer Ecke in die nächste springend viel Spaß und Freude habend. Grade noch auf der Baustelle in Steinhöring, schon wieder mit Unfug in Diensthop beschäftigt. Gut, Unfug passt nicht von der Beschreibung. Wir reden hier von einer ordentlichen und korrekten Baustelle und nicht von einem Ponyhof ;o) (oder doch ???? )

Los gehts am Samstag damit, dass ich Material für die Bautruppe im Stall holen muss. Zur Erinnerung: da geht grade der Abrisswahn um !
Alles nei macht der Mai , lautet doch der Spruch. Wir sind unserer Zeit weit voraus und bei uns macht der Januar alles Nei (neu, für die Preussen unter den Lesern).

Im Stall steht weiter die Planie für den neuen Boden an. Dooferweise stehen da auch einige Holzstützen drin, die oben die Zwischendecks und letztendlich das Dach halten und die unten wiederum auf Mauerstücken aufgesetzt wurden. Also so einen Pfusch hätte der Tonbi NIE gemacht!

diverse „Fundamente“ für die Holzstützen

 

 

 

 

 

 

Zumindest ist auf dem Bild auch gleich der Fortschritt im Gewerk Stall zu sehen. Der Boden aus alten Ziegeln ist in dem Bereich bereits weitgehend abgetragen worden. Feinster Aller (oder Weser ? ) Sand ist da drunter zum Vorschein gekommen. Zum Vorschein ist eben aber auch das Thema der Fundamente für die Ständer gekommen. Kühn wie ich manchmal bin, hab ich gesagt dass ich die Balken mit unserem Sohn (dem Tobi nämlich) erneuern werde. Später. Also später hab ich gedacht und die Polen haben gedacht, gleich, also jetzt , also dann wenn sie weg sind und zwei Tage später wieder kommen. Es geht nichts über klare Verständigung.

Verstanden habe ich dann, dass die Mauerreste doch gleich weg sollen, nicht irgendwann. Auch gut. Bin ja multiflexibel und total emotionstollerant.
Um es abzukürzen. Ich hab also noch aus dem Zug und von der anderen Baustelle aus eine Lieferanten-Preisverlgeichserhebung gemacht und geschaut wo es passende Stützen gibt, was die kosten (Schnappatmung vermeidend) und wann die verfügbar sind.
In Sachen Holz hatte ich ja schon mal lobend die Fa. Hoya Holz erwähnt. Die haben alles – FAST: die passenden Kanthölzer leider nicht. Die müssen erst bestellt werden. So 16/16´er sind nicht gängig. Wieder was gelernt.

Bei dem „Bestellt werden“ hab ich draus geschlossen dass die ja irgendwie gesägt werden müssen die Balken. 🙂 HA  Wo ist eine Säge im Bereich Verden ?
Es gibt drei Stück im Umkreis von 15-20km, aber keine hat schnöde Balken in der Abmessung da wie ich brauch. Klar war auch, dass die Säge die mir die Balken auf Bestellung sägen kann, gut 45km weit weg ist !
Aber was soll´s , ich fahr eh gern mit dem Auto.

Andrea und ich haben dann am Samstag, obwohl die Säge da üblicherweise geschlossen hat, die frischen Balken abholen können. Schon mal ein Pluspunkt für die Säge.
So, jetzt liebe Kinder und Eltern aufgepasst ! Mathematik ist doch gut für´s echte Leben zu gebrauchen:

Ein Pferdeanhänger hat ein Innenmaß von 2,80m Länge. Die gekauften Holzbalken sind 5m lang. Wie transportiert man die Balken am Besten?

Genau, ABSÄGEN. Und zwar idealerweise nach Adam Riese oder der Erfahrung von 9000 Jahren Rechenkunst, in der Mitte.

In handlichen 2,5m Stücken macht der Transport gleich Freude. Freud hat auch das Frühstück gemacht dass wir uns dann auf dem Rückweg gegönnt haben – Handwerker müssen schließlich auch mal auf sich schauen!

Derweilen haben die Abbruchexperten aus dem Osten Europas fleissig weiter den Boden aufgerissen. Bei Anlieferung der Balken war die Freude groß und der Ideenreichtum wie die Fundamente gemacht werden, auch.

Deutscher Bauherr sagt : Fundament 30 x 30 cm und 60 cm tief

Netter Pole sagt : gut
und versteht: mach irgendwas was hält
und macht: irgendwas

Aber davon dann mehr später in einem anderen Blogeintrag.

Weiter zum Haupthaus:

Die Maurer (Wiebes-2Mann-Einsatztruppe) ja flux das umgesetzt was wir wollten. Coole Sache.
Die Küche im EG wird mal ein zentraler Raum, zusammen mit dem Esszimmer. Zwar sind wir arbeitstechnisch noch Lichtjahre von der Fertigstellung entfernt – gefühlt, scheint es – aber der Plan ist gut, im Kopf.
Da sag mal einer eine Baustelle sei kein kreativer Ort! Dummerweise muss jeder Kreativität eine körperliche Aktivität folgen und die schafft Fakten. Apropos Fakten schaffen.

Also:  Wiebe da – Sturz drin. Ich da – Wand weg.

SO geht das!

Ich bin generell mit dem Eingriff sehr zufrieden. Der Raum der dadurch entstanden ist, übertrifft alle unsere Erwartungen. Luftig und großzügig. Bei grob ca. 40m2 für Esszimmer und Küche mit 3,6m Raumhöhe darf man schon von luftig sprechen auch. Platzmangel haben wir nicht wirklich hier im Haus. So mancher Besucher hat schon nachgefragt wann die Großfamilie nachkommt, wo wir doch so ein großes Haus haben….

Ich sag dann immer, dass das Haus halt mal so groß ist dummerweise und wir das schon vollgestellt bekommen. 🙂

Im echten Leben werden wir einen Teufel tun und alles zustellen natürlich! Platz, der nicht verstellt ist, ist aus meiner Sicht pure Lebensqualität. Diesen Luxus genießen wir – noch. Mal sehen was wird wenn es drum geht wenigstens ein paar Möbel rein zu stellen und wir für 350m2 nicht annähernd genug Mobiliar haben.
Klar, auch da haben wir tolle Ideen die tolle viel Geld kosten werden (fürchte ich).
Es ist aber auch nicht einfach, einem Haus aus 1895 wieder etwas von dem Flair zurückzugeben den es sicher mal hatte. Der Lohmann Hof hat viele Wandlungen mitgemacht. Viele Besitzer haben ihren persönlichen Fingerabdruck im Haus und auf dem Hof hinterlassen. Der letzte Lohmann und Vorbesitzer des Anwesen bis 2015, hat einige schöne Möbel gesammelt die hier aufgestellt waren. Richtige Raritäten sind da in einer Kammer noch gelagert. Wir werden versuchen noch das ein oder andere Prachtstück aus diesem „Erbe“ zu kaufen, aber da ist wieder das eine kleine Problem, genau, das Geld.
Vielleicht sollte ich den Blog kostenpflichtig machen? Aber bei durchschnittlich 0,1 Leser pro Tag reicht das sicher nicht aus. 🙂

 

 

 

 

 

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